2006 wurde das Museum von Olinka Vištica und Dražen Grubišić in Kroatien konzipiert. Seitdem ist das Museum weltweit mit bislang 38 Ausstellungen in 25 Ländern auf Tour. Es verfügt gleichzeitig über eine immer weiter wachsende, gemeinsam zusammengetragene Sammlung, die unsere Ideen von Vermächtniss in Frage stellt. Die Objekte und Geschichten, die im Rahmen des Sommerblut-Festivals ausgestellt werden, stellen eine Auswahl der Sammlung in Zagreb dar, die (einschließlich der Objekte, die in Köln gestiftet wurden) etwa zwanzigmal so groß ist.

Das „Museum of Broken Relationships“ entstand aus einer Wanderausstellung, die sich mit dem Umgang von gescheiterten Beziehungen und ihren Überbleibseln beschäftigte. Anders als destruktive Selbsthilfe-Anleitungen zur Überwindung von Trauer und Verlust bietet das Museum die Gelegenheit, einen emotionalen Zusammenbruch durch Kreativität zu überwinden: mit einem Beitrag zur Sammlung des Museum.

Was auch immer die Gründe für die Schenkung persönlicher Dinge sind – sei es reiner Exhibitionismus, therapeutische Entlastung oder einfach Neugierde: die Stifter griffen alle die Idee auf, ihr emotionales Vermächtnis in einer Art von Ritual, einer ernsten Zeremonie, auszustellen. Unsere Gesellschaft gibt uns vor, wie wir mit Hochzeiten, Beerdigungen oder sogar mit Abiturientenfeiern umgehen. Sie verwehrt uns aber jede Art der formellen Anerkennung am Ende einer Beziehung; trotz dessen starker, emotionaler Wirkung. Roland Barthes beschreibt dies in „Fragmente einer Sprache der Liebe“ wie folgt: „Jede Passion hat letzlich ihren Zuschauer … (es gibt) kein amouröses Opfer ohne ein finales Theater.“

Auch wenn sie von persönlicher Erfahrung, lokaler Kultur und Geschichte gefärbt sind, so stellen die Objekte, die hier ausgestellt werden, doch universelle Muster dar. Sie warten darauf, von uns entdeckt zu werden und so den Trost, den sie bringen, zu spüren. Und wenn diese vielfältigen, dramatischen Erzählungen etwas Bedeutungsvolles über ihre Erzähler vermitteln, dann ist es der Entschluss, aus der Isolation herauszutreten, den Wunsch danach, ihre Erfahrungen zu teilen – und ihre Sehnsucht danach, sich wieder zu verlieben.

Wir möchten uns bei allen anonymen „Inhabern der Erinnerungen“ bedanken, deren vergangene Liebesgeschichten dieses Museum möglich gemacht haben.


« zurück zur Veranstaltung: Museum of Broken Relationships in Köln