Mein Superlativ – von Null auf 200 und zurück.
Er schrieb, dass er mich liebe, noch bevor wir uns neu – und als Liebende – kennenlernten. Er wollte mich nach wenigen Wochen heiraten. Dabei war er es noch, verheiratet. Er wollte zusammenziehen. Er wollte mein Superlativ sein.
Er raste und raste und raste auf mich zu. Ich liebte ihn. Langsam und mehr und mehr. Er – begriff es nicht, dass es auch in einem anderen Tempo gehen könnte. Meine Liebe war kein Porsche. Den schenkte er mir. Er verband damit viel. Angeblich war es schwer zu finden, dieses Modell.
Meine Liebe war kein Formel-1-Rennen. Sie wuchs. Sie blieb. Seine tankte Drama und Dopamin. Er betrog mich. Er gestand. Es käme nie wieder vor. Und mit ‚ihr’ schon mal gar nicht, es sei ja nicht mal gut gewesen, ein Versehen – und überhaupt – wie sie sich ihm vorgestellt hatte, sei sie „Nymphomanin“ – ‚so eine’, nein. Ich verzieh. Ich liebte ihn. Weiter. Und mehr. Und – immer noch.
Er stand aus dem Bett auf, er sei falsch hier. Ich habe ihn abgeschaltet, behauptete er. Er fuhr weg. Kam wieder. Und verließ mich. Für eine andere. Es ginge mich nichts an, wer sie ist. Er zog sofort zu ihr. Und mir den Boden unter den Füßen weg.
Er hat es geschafft: er war mein Superlativ. Der größtmögliche Herzschmerz. Mit rasendem Karacho einmal mitten durch Herz.


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