Ein alter Hippiehut – Frei will ich / freiwillig.
Eine romantische Liebe zwischen einem französische Maler aus der Provence und einer lebenshungrigen Kölnerin, die an den Traum geglaubt hat, dass die Liebe keine Entfernungen, Zeiten und Lebensumstände kennt. Wir waren frei und willig, denn es geschah alles freiwillig. Fünf Jahre sahen wir uns alle drei Monate, doch der andere saß in der Zwischenzeit jeden Tag am Tisch und schlief in der Fantasie im Be*. Gedanken, die stärker waren als die Realität. Ich fuhr in meine kleine Welt nach St. Jean im Departement Gard in Südfrankreich in ein kleines verträumtes Dorf, in dem Jac wie ein Eremit lebte. Ein Haus aus dem 15. Jahrhundert mit Glockenturm. Wir schliefen unter dem Uhrwerk und hörten ganz deutlich die Zeit, den Moment, der in der nächsten Sekunde Vergangenheit war. Jac trug immer einen Strohhut und ging barfuß.
Er schenkte mir diesen Hippiestrohhut aus einer längst vergangenen Zeit, den ich immer nur dort trug. Wenn er mich in Avignon vom Zug abholte, sagte er, ich wäre die Brücke zur Normalität, denn er ging nur zum Einkaufen aus dem Haus. Ich wäre sein Luxus, denn sonst arbeitete er Tag und Nacht an seiner Kunst. Die Natur, die Gegend lebte für ihn nur an den Tagen, wenn ich bei ihm war. Diese wunderbaren Momente in der Natur Frankreichs mit diesem besonderen Menschen habe ich in meinem Herzen aufgesogen. Diese Momente kann mir keiner nehmen, sie haben meine Seele geküsst. So zart und bunt wie ein Schmetterling. Doch wenn man ihn berührt, geht der Staub verloren und der Schmetterling kann nicht mehr fliegen. Nach fünf Jahren Verliebtheit sollte die Liebe folgen, doch keiner von beiden verließ seine Höhle. Es folgten Gefühle von Angst, Verlust und Sprachlosigkeit, die sich bei mir in einer unheilbaren Nervenkrankheit manifestierte. Davor hatte Jac noch mehr Angst. Er schrieb mir einfach nicht mehr, wollte Mail-Ferien. Er trennte das Band, ohne ein Wort. Der Arzt im Krankenhaus sagte zu mir, ohne meine Geschichte zu kennen: „Sie leiden an einem gebrochenem Herzen.”
Ich will es loslassen, diese unvergessliche Vergangenheit!


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