Die Kaffeetassen haben D. und ich bei Nestlé vor unserem ersten gemeinsamen Urlaub gewonnen. Die Tassen haben wir überall mitgenommen, sie waren von Beginn an dabei …
Nach 5 Jahren hat D. ganz plötzlich Schluss gemacht, über Skype, als er im Auslandssemester in den USA war … er sagte, er brauche Zeit für sich und zum Nachdenken.
Ha! Ja klar! Nach 4 Wochen habe ich den Grund herausgefunden: er hatte eine aus Bielefeld kennen gelernt, 10 Jahre jünger, Au-pair und angeblich sooo weltoffen! Ich war stinksauer, auf ihn, auf mich, auf „Bielefeld“. Ihm habe ich geschrieben, dass ich unsere gemeinsame Wohnung gekündigt habe und dass er seine Klamotten holen solle. „Bielefeld“ habe ich im Geiste verflucht und mir eine neue Frisur und ein neues Outfit verpasst.
Es ging mir besser … für eine kurze Zeit …
Er kam vom Auslandssemester zurück und mit ihm leider auch meine Gefühle. Ich konnte vieles vergessen, „Bielefeld“ nicht.
Es war ein Hin und Her zwischen uns, mein Studium und ich litten und ich musste etwas tun. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion bin ich in meine Heimat nach Wuppertal gezogen. Von dort aus habe ich mein Studium beendet und den Kontakt zu D. abgebrochen.
Die kaputten Tassen aber habe ich behalten, weil sie mich an D. erinnerten …
Nun, nach 6 Jahren, will ich sie nicht mehr, weil die Erinnerungen verblassen und weil sie im Nachhinein nicht mehr schön sind. Sie erinnern mich immer mehr an meine Dummheit und meine Abhängigkeit von einem egoistischen Menschen, der meine Liebe und meine Zeit nicht verdient hat.
Bielefeld mag ich bis heute nicht …m
Die Tassen habe ich vor 4 Tagen in den Müll geworfen und am selben Abend den Artikel über das „Museum der gebrochenen Herzen“ bei Facebook gelesen. Ich dachte, dies wäre die richtige „Grabstätte“ für sie …


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