Im Sommer 2010 bereiteten wir uns darauf vor, in unser neues Haus in Tucson, Arizona, zu ziehen. Wir verbrachten Wochenenden auf Antikmärkten und in Läden, um all die perfekten Dinge zu finden, um unsere Zimmer zu füllen. Eines Tages stieß ich auf einen kleinen hölzernen Soldaten mit einem runden Kopf und einem graubraunen Mantel aus Segeltuch. Ken war in der Reservearmee und mir gefiel die Vorstellung, dass dieser bescheidene Soldat bei uns zu Hause stehen und Wache halten würde, wenn er weg war.
Wir zogen Anfang August ein und nur wenige Wochen später, während wir immer noch auspackten, verlor Ken bei einer Massenentlassung seinen Job in Fort Huachuca. Er geriet in Panik. Es gab wenige Jobmöglichkeiten in unserer Gegend und wir konnten uns ohnehin schon kaum die Zahlungen für das Haus leisten. Er begann in einem Feldbett in seinem Büro zu schlafen und blieb oft ganze Nächte wach, auf der Suche nach Jobs.
Er schlug vor, dass wir das lange Wochenende am Tag der Arbeit dafür nutzen sollten, einen Ausflug zum Tauchen nach Mexiko zu unternehmen, um uns zu entspannen und unsere Sorgen zu vergessen.
Als wir Sonntagnacht spät zurückkamen, fanden wir das Innere unseres Hauses bis zu den Knöcheln mit Wasser geflutet vor – der winzige Schlauch der Eismaschine im Kühlschrank hatte ein Loch und drei Tage lang Wasser versprüht. Beinahe unser gesamtes Eigentum war durchnässt und ruiniert. Das Haus war unbewohnbar.
Etwa einen Monat später fand ich heraus, dass Ken an dem Schlauch hantiert hatte – er hatte bewusst unser Haus überschwemmt, um so das Geld der Versicherung zu bekommen. Er hatte auch eine Versicherungspolice auf mein Leben abgeschlossen, kurz vor unserem Tauchausflug. Hatte er vorgehabt, mich im Ozean zu ertränken, und seine Nerven verloren? Es gab weitere Täuschungen. Er hatte die Beziehung mit seiner vorherigen Freundin aufrechterhalten und seine Reisen, in denen mein kleiner Soldat Wache stand, waren Rendezvous mit ihr.
Ich packte alle meine übrig gebliebenen Sachen ein und zog zurück nach Idaho.


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