„Vera” oder „Museum of Broken Relationships, die Xte”, November 2015 bis April 2016. Fünf gemeinsame Monate. Zweisamkeit, die sich erst im Nachhinein wie eine Beziehung anfühlt. Am Anfang wollten wir beide nicht, hatten traumatische Erfahrungen hinter uns, die nachhallten; empfanden uns in jeweils unterschiedlichen Phasen des Übergangs, in denen wir für eine wirkliche Beziehung ohnehin keinen Nerv zu haben glaubten. Die Wochen verstrichen, der Übergang verging und wir trafen einander weiter. Drei bis vier Mal in der Woche übernachteten wir beieinander, kochten gemeinsam, gingen ins Kino und Theater, teilten Bett und Alltag. Aber eine Beziehung? Gott bewahre! Trotzdem ging es weiter: wir taten einander gut, fühlten uns zueinander hingezogen, lernten uns immer besser kennen und vertrauen. Ohne dass ich es zugegeben hätte, trug mich wohl die Hoffnung, dass sich aus uns noch einmal etwas „Richtiges” entwickeln würde. Immer wieder signalisierte sie, dass daraus sicher nichts würde und ich wollte ausbrechen. Sie fing mich immer wieder ein. Und im April war es dann soweit: sie wollte mehr. Plötzlich bekam ich Panik: liebte ich sie eigentlich wirklich? Wie wäre es, wirklich mit ihr zusammen zu sein? Nicht mit irgendjemanden – mir ihr! Und ich spürte: nichts. Für mich das Zeichen, dass wir keine wirkliche Perspektive haben, so sehr ich es mir auch gewünscht hätte. Wir trennten uns und beendeten eine Beziehung, die wir beide nie als solche erkannt haben. Was bleibt: kein einziges gemeinsames Foto, aber dafür ein Kamm, eine Zahnbürste, ein paar lange blonde Haare und viele schöne Erinnerungen.


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