Die Ringe stammen von unserer standesamtlichen Heirat am 21.02.2001. Sie sind handgemacht. Die goldene Welle darin sollte die Bewegung des Lebens symbolisieren und uns den Freiraum für uns selbst lassen.
Beide Ringe sind mit den Worten „LIEBE KRAFT MUT” graviert – das, was wir so dringend brauchten.
Ich war alleinerziehende Mutter von 2 Söhnen und zog 1998 in ein kleines Häuschen. Da wir uns zum ersten Mal einen TV-Anschluss leisten konnten und ich keine Ahnung von der zugehörigen Technik hatte, ging ich in den Elektroladen am Ort. Dort arbeitete ein sehr sympathischer Mann, dem ich schon mehrfach begegnet war, und bat ihn um Hilfe. Er sagte zu, mir nach Feierabend zu helfen. Ich freute mich, dass meine Söhne bald Fernsehen gucken konnten, und öffnete am selben Abend bester Laune die Tür. Wir tranken Wein, lachten viel und ziemlich spät begann er die Sender des TVs einzustellen. Ich hatte, wie gesagt, keine Ahnung von der Technik und glaubte ihm also, dass das eine sehr langwierige Sache sei. Nach vielen Stunden war ich auf dem Sofa eingeschlafen und er davor. Von da an waren wir ein Paar – und wir haben oft darüber gelacht, dass es einen Sendersuchlauf gibt, der die Programme selbsttätig einstellt … aber er hatte sich sofort verliebt und wollte Zeit mit mir verbringen.
Nach wenigen glücklichen Monaten erkrankte ich schwer. So schwer, dass die Ärzte mich aufgaben. Als wir heirateten, konnte ich schon kaum noch stehen. Die ersten 2 Jahre nach der Hochzeit konnte ich nur liegen, mehrfach kam der Notarzt, es war eine schwere Zeit. Irgendwann fand mein Mann einen Arzt, der eine winzige Chance für mich sah, und ich begab mich in eine schmerzhafte Therapie. Die 600 nötigen Spritzen setzte mir mein Mann, damit ich nicht im Krankenhaus bleiben musste. Und dann geschah das Wunder. Ganz langsam eroberte ich mir das Leben zurück … wir weinten beide mit jedem Fortschritt, den mein Körper machte, malten uns eine wundervolle Zukunft aus.
Dann kam der Tag, an dem ich mich überglücklich selbst anziehen konnte und fröhlich singend die Treppe runterlief. Und es war auch der Tag, an dem ich auf dem Küchentisch nur noch seinen Abschiedsbrief fand.
Die vielen Fragen sind bis heute unbeantwortet geblieben …


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